Bayernliga Süd: TSV schlägt Rain erneut im Landkreis-Derby

 
Das Derby war trotz des knappen Endstandes von 1:2 doch eine ziemlich deutliche Angelegenheit. Nördlingen (mit Julian Brandt, in Grün) dominierte die Partie gegen den TSV Rain (mit Jannik Schuster, links). Foto: Szilvia Izsó

 

08.04.2024 | Quelle: Rieser Nachrichten (Klaus Jais)

Die Landkreis-Krone der Bayernliga Süd geht klar an die Rieser, die auch im Rückspiel gegen den TSV Rain gewinnen. Dieser enttäuscht vor allem in Halbzeit eins. Nördlingens Trainer Schreitmüller findet lobende Worte.

Die beste Donau-Rieser Fußballmannschaft stellt derzeit der TSV Nördlingen, der dem 3:1-Hinspielsieg nun einen 2:1-Erfolg im Rückspiel gegen den TSV Rain folgen ließ. Besonders in der ersten Halbzeit war ein Klassenunterschied erkennbar.

Rains Trainer David Bulik nahm gegenüber der Vorwoche nur eine Änderung in der Startelf vor: Tim Härtel spielte für Marc Sodji. Nördlingens Trainer Karl Schreitmüller entschied sich wie schon beim letzten Spiel erneut für drei Änderungen: Manuel Meyer, Alexander Schröter und Paul Rauser begannen anstatt Felix Käser, Jonathan Grimm und Luca Trautwein.

Die Gäste machten von Beginn an klar, dass sie ihren siebten Auswärtssieg feiern wollten. Simon Gruber scheiterte bereits nach sechs Minuten nach einem Pass von Sasa Maksimovic an Torwart Florian Rauh. Dieser war dann nach einer Viertelstunde Wegbereiter des 0:1, denn er trennte sich zu spät vom Ball, Gruber ging dazwischen und traf bei seinem elften Saisontreffer ins leere Tor. Maksimovic war bisweilen zu ballverliebt, da wäre manchmal mehr möglich gewesen.

Die Gastgeber brachten bis zur 32. Minute nach vorne nichts zustande, im Aufbauspiel häuften sich Fehler über Fehler. Bei der einzigen Torchance der ersten Hälfte tauchte Benjamin Krist nach Vorarbeiten von Jannik Schuster und Härtel plötzlich vor Torwart Daniel Martin auf, der aber zur Ecke rettete. Diese Ecke kam viel zu lang, Gruber spielte steil auf Schröter, der auf Maksimovic weiterleitete. Dieser zündete den Turbo und traf flach ins lange Eck. Puscher und Meyer waren mitgelaufen, während sich die Rainer Defensive als sehr langsam im Rückwärtsgang präsentierte (33.). Zwei Minuten später die nächste Gästechance: Eine lang gezogene Ecke von Meyer köpfte Gruber an die Latte. Dann ein Sprint von Puscher über das halbe Feld, doch beim finalen Schuss fehlte die Kraft (38.). Die letzte Chance vor dem Halbzeitpfiff des fehlerfreien Schiedsrichters Alexander Arnold (DJK Waldberg, Gruppe Bad Kissingen) hatte Maksimovic, dessen Schuss nach einem Puscher-Zuspiel am Pfosten landete (40.).

Fünf Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als ein unnötiger Ballverlust von Jens Schüler im eigenen Fünfmeter-Raum zum 1:2 führte. Renato Domlisic spielte quer auf Etienne Perfetto, dem aus wenigen Metern sein erstes Bayernligator für die Heimelf gelang. Nur zwei Minuten später nahm Gruber einen langen Ball von Paul Rauser auf, doch der Abschluss geriet etwas zu hoch. Die Gäste waren dem 1:3 näher als die Heimelf dem Ausgleich. Meyer zielte aus vollem Lauf (in Abseitsposition) übers Tor (60.), Gruber scheiterte nach einem weiten Zuspiel von Schmidt an Torwart Rauh (66.) und Maksimovic schoss nur knapp vorbei.

Die Gastgeber versteckten sich, jeder erwartete, dass der Ball exakt auf seine Position kommt, was selten der Fall war. Nördlingens Chancen waren nicht mehr so zwingend, aber vorhanden: Alisanovic spielte vor dem eigenen Strafraum einen Fehlpass auf Schröter, der sofort auf Gruber weiterleitete, der aber vergab (76.). Von Schülers Freistößen sorgte nur einer für Gefahr, als Rauser knapp verfehlte. Den Hauch einer Gefahr beschwor Torwart Martin herauf, der Sodji anschoss (77.). Die Rieser dagegen versäumten einen klareren Sieg. Nach einem Einwurf von Trautwein kam das Leder zu Maksimovic, der nur um Zentimeter das Tor verfehlte (85.). Dann war Daniel Ernst im Eins-gegen-eins mit Heim-Torwart Rauh, doch der Ertrag war nur ein Eckball (89.). Mit einem Schuss von Marc Hertlein über das Kreuzeck endete eine zunehmend zerfahrene Partie.

David Bulik, Trainer des TSV Rain: „Beim Derby war vom TSV Rain in der ersten Halbzeit überhaupt nichts zu sehen. Ich habe zwar in der Presse eine hoch motivierte Mannschaft angekündigt, aber wir waren eher passiv. Insgesamt war die Leistung in der ersten Halbzeit bodenlos. Das habe ich meiner Mannschaft auch in der Halbzeitansprache mitgeteilt und dementsprechend haben sie Charakter gezeigt. Wir haben zwar in der zweiten Halbzeit das schnelle 1:2 erzielt, aber viel mehr ging nicht zusammen. Die letzten Bälle kamen zu schlecht. Wir boten zu viele falsche Pässe und hatten zu viele falsche Ideen, so kriegst du keine Torchance. Nördlingen dagegen hat gezeigt, was es kann und verdient gewonnen.“

Karl Schreitmüller, Trainer des TSV Nördlingen: „Wir waren hoch motiviert und haben eine überragende erste Halbzeit gespielt, wo wir stark gepresst haben und den Gegner zu Spielaufbaufehlern gezwungen haben. Nach dem verdienten 0:1 haben wir nicht lockergelassen und weiter gedrängt und sind mit einem absolut verdienten 0:2 in die Pause. Mit dem Gegentor gleich nach der Pause sind wir etwas ins Wanken gekommen. Wir stellten uns dann aber dagegen und zeigten Leidenschaft. Das zeichnet meine Truppe aus, dass sie bis zur letzten Minute fightet. Von der Spielanlage her hat man gesehen, dass wir reifer sind.“

TSV Rain: Rauh, Alisanovic, Krist, Schröder, Perfetto (ab 66. Pacolli), Domislic (ab 70. Sodji), Bosch (ab 78. Kübler), Härtel (ab 78. Hasenbichler), Senger, Schuster, Belousow

TSV Nördlingen: Martin, Schüler, Schmidt, Rauser, Puscher (ab 66. Trautwein), Maksimovic, Meyer (ab 69. Grimm), Taglieber, Mayer (ab 88. Hertlein), Schröter (ab 85. Ernst), Gruber (ab 75. Brandt)

TPL_BEEZ2_ADDITIONAL_INFORMATION

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok